553
Johann Wolfgang von Goethe
Brief von Schreiberhand an P. C. W. Beuth. 3 S., 1831.
Schätzung:
€ 4.000 Ergebnis:
€ 6.985 (inklusive Aufgeld)
553
Johann Wolfgang von Goethe
Brief von Schreiberhand an P. C. W. Beuth. 3 S., 1831.
Schätzung:
€ 4.000 Ergebnis:
€ 6.985 (inklusive Aufgeld)
Johann Wolfgang von Goethe
Brief von Schreiberhand (J. A. F. John) mit eigenhändiger Datierung, Empfehlung und Unterschrift "JWvGoethe". Weimar, 22. Februar 1831. 3 S. (auf Doppelblatt). 25,5 : 21 cm.
An Peter Beuth, der ihm den Abguß eines in Argos gefundenen Basreliefs gesandt hatte. Mit grundsätzlichen Überlegungen zur Ästhetik der Kunst, die ihre eigenen, nicht an Moral gebundenen Gesetze habe.
Das Original des Reliefs befand sich im Britischen Museum und wurde wegen damals empfundener Anstößigkeit unter Verschluß gehalten. Nur schwer gelang es Beuth, die Erlaubnis für einen Abguß zu erhalten. Goethe dankt für die "unschätzbare Gabe":
"Hier erscheint die Kunst vollkommen selbständig, indem sie sich sogar unabhängig erweist von dem, was dem edlen Menschen das Höchste und Verehrungswürdigste bleibt, von der Sittlichkeit. Will sie sich aber völlig frey erklären, so muß sie ihre eigenen Gesetze entschieden aussprechen und bewähren, wie es auch hier geleistet ist .. Der neuere Künstler, der von der unbedingten Kunst meist keinen Begriff hat, denkt: wenn in seinen Werken irgend ein Geschichtliches, Sentimentales, Frommes pp. ausgedruckt oder angedeutet ist, er habe seine Schuldigkeit gethan, und merkt nicht, daß im Reiche der Kunst sich alles höheren Betrachtungen unterzuordnen hat .."
"Verzeihen Sie die vom Augenblick abgeforderten Äußerungen; wollt ich sie näher überlegen und schicklich aufstellen, so ginge die Zeit hin, und ich müßte doppelt und dreyfach an der unangenehmen Empfindung leiden, welche den redlichen Schuldner niemals verläßt. Haben Sie ja die Güte von Zeit zu Zeit solche Sterne in meine immer stiller werdenden Nächte hereinleuchten zu lassen .."
- PROVENIENZ: Meyer und Ernst, Auktion 31 (Berlin 1933), Nr. 140a.
LITERATUR: WA-Nr. 48113.
To Peter Beuth, who had sent him a cast of a bas-relief found in Argos. With fundamental reflections on the aesthetics of art, which has its own laws that are not bound by morality. Letter by his secretary John with autograph date, recommendation, and signature “JwvGoethe”. 3 pp. (double leaf). 25,5 : 21 cm.(R)
Brief von Schreiberhand (J. A. F. John) mit eigenhändiger Datierung, Empfehlung und Unterschrift "JWvGoethe". Weimar, 22. Februar 1831. 3 S. (auf Doppelblatt). 25,5 : 21 cm.
An Peter Beuth, der ihm den Abguß eines in Argos gefundenen Basreliefs gesandt hatte. Mit grundsätzlichen Überlegungen zur Ästhetik der Kunst, die ihre eigenen, nicht an Moral gebundenen Gesetze habe.
Das Original des Reliefs befand sich im Britischen Museum und wurde wegen damals empfundener Anstößigkeit unter Verschluß gehalten. Nur schwer gelang es Beuth, die Erlaubnis für einen Abguß zu erhalten. Goethe dankt für die "unschätzbare Gabe":
"Hier erscheint die Kunst vollkommen selbständig, indem sie sich sogar unabhängig erweist von dem, was dem edlen Menschen das Höchste und Verehrungswürdigste bleibt, von der Sittlichkeit. Will sie sich aber völlig frey erklären, so muß sie ihre eigenen Gesetze entschieden aussprechen und bewähren, wie es auch hier geleistet ist .. Der neuere Künstler, der von der unbedingten Kunst meist keinen Begriff hat, denkt: wenn in seinen Werken irgend ein Geschichtliches, Sentimentales, Frommes pp. ausgedruckt oder angedeutet ist, er habe seine Schuldigkeit gethan, und merkt nicht, daß im Reiche der Kunst sich alles höheren Betrachtungen unterzuordnen hat .."
"Verzeihen Sie die vom Augenblick abgeforderten Äußerungen; wollt ich sie näher überlegen und schicklich aufstellen, so ginge die Zeit hin, und ich müßte doppelt und dreyfach an der unangenehmen Empfindung leiden, welche den redlichen Schuldner niemals verläßt. Haben Sie ja die Güte von Zeit zu Zeit solche Sterne in meine immer stiller werdenden Nächte hereinleuchten zu lassen .."
- PROVENIENZ: Meyer und Ernst, Auktion 31 (Berlin 1933), Nr. 140a.
LITERATUR: WA-Nr. 48113.
To Peter Beuth, who had sent him a cast of a bas-relief found in Argos. With fundamental reflections on the aesthetics of art, which has its own laws that are not bound by morality. Letter by his secretary John with autograph date, recommendation, and signature “JwvGoethe”. 3 pp. (double leaf). 25,5 : 21 cm.(R)
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