Auktion: 491 / Wertvolle Bücher am 25.11.2019 in Hamburg Lot 63

 
63
Friedrich Nietzsche
Dionysos. Dithyramben, 1914.
Schätzung:
€ 1.800
Ergebnis:
€ 3.250

(inkl. 25% Käuferaufgeld)
Objektbeschreibung
Friedrich Nietzsche
Dionysos. Dithyramben. Leipzig, Insel 1914.

• Bedeutendes Werk zur Buchkunst des 20. Jahrhunderts
• Einer der schönsten und elegantesten Buchentwürfe von Henry van de Velde
• Handeinband der Großherzoglich Sächsischen Kunstgewerbeschule, Weimar


1 von 130 numerierten Exemplaren auf englischem Bütten, es erschienen nur noch 20 weitere Exemplare auf Pergament. Druck von Joh. Enschedé en Zonen in Harlem. Van de Velde hatte die gesamte Ausstattung und Druckleitung übernommen, so entstand ein Meisterwerk deutscher Buchkunst, von großer Übereinstimmung, Feinheit und Eleganz in Ausstattung und Typographie. Van de Velde war ein großer Bewunderer Friedrich Nietzsches und gestaltete 1908 die mit üppigem Buchschmuck ausgestatteten neuen Ausgaben von Also sprach Zarathustra und Ecce Homo . "Die drei Werke zeigen eine kontinuierliche Entwicklungslinie. Van de Velde blieb seiner Ablehnung von Illustration und figürlichem Ornament treu, das Ornament selbst wird immer in die Gesamtform organisch einbezogen. Die Linie herrscht vor .. Der Buchschmuck beschränkt sich jetzt auf wenige einzelne, immer gleichbleibende feine Ornamente und auf zwei Vignetten. In sich geschlossen, mit geschwungenen Linien und in ihren verschiedenen Teilen ausgewogen, wirkt die in Gold und Purpur gehaltene Titelvignette elegant und schwungvoll .. in seinem Maroquineinband, dessen Ausstattung auf die Schlußvignette des Textes zurückgreift, stellt sich das Buch als ein kostbares, in sich geschlossenes Werk dar." (Papiergesänge). - Einbandvariante mit der kleineren Vignette auf dem Vorderdeckel. - Die schöne in Purpur gedruckte Titelvignette mit handvergoldeten Partien von Graily Hewitt. "Über den Umfang der Vergoldung korrespondierte Kippenberg mit Graily Hewitt, dem englischen Vergolder, dem er nicht nur die 20 Exemplare auf Pergament, sondern auch zahlreiche auf Bütten gedruckten Rohexemplare zum Vergolden des Titels nach England geschickt hatte" (Brinks). Nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurden die Rohexemplare jedoch als "Feindgut" betrachtet und nach Übergabe an die englischen Behörden wurden die Bücher zu Schleuderpreisen an einen englischen Provinzbuchhändler verkauft. "Die zwanzig auf Pergament gedruckten Exemplare spürte Kippenberg auf Umwegen im feuchten Keller eines provinziellen Buchhändlers auf. Er kaufte sie zurück" (Brinks).

EINBAND: Rotbrauner Orig.-Maroquinband (signiert: "KGS - Weimar") mit goldgeprägten Deckelfileten sowie Vorderdeckel mit goldgeprägtem Titel mit ornamentaler Vignette. 18,2 : 22,4 cm. - ILLUSTRATION: Mit goldgehöhter Titelvignette und zahlr. Zierornamenten, Vorblatt mit Signet des Inselverlages. - ZUSTAND: Gelegentlich etw. fleckig, vorderer Innendeckel mit Namenstempel, hinteres flieg. Vorsatzblatt mit Datumsstempel. Einband gering geworfen, mit wenigen kleinen Beschabungen und Druckstellen, Vorsätze etw. leimschattig.

LITERATUR: Sarkowski 1200. - Brinks S. 192ff. - Schauer I, 61 und II, 16. - Papiergesänge 31. - Eyssen S. 17.

Important example of 20th century book art. One of Henry van de Velde's finest and most elegant book designs. Binding hand-made at the 'Königliche Gewerbeschule', Weimar. 1 of 130 numbered copies on English laid paper. Red-brown orig. morocco binding (signed "KGS - Weimar") with gilt-tooled cover fillets and with gilt-tooled title with ornamental vignette on front board. 18.2 : 22.4 cm. With gilt-heightened title vignette and many decorative ornaments, half title with signet of publishing house 'Insel'. - Isolated staining, front pastedown with name stamp, rear flying endpaper with stamped date. Binding slightly cocked, with a few small scraped spots and pressure marks, endpapers somehwhat glue-stained.

63
Friedrich Nietzsche
Dionysos. Dithyramben, 1914.
Schätzung:
€ 1.800
Ergebnis:
€ 3.250

(inkl. 25% Käuferaufgeld)